Wie bereits angekündigt, werden wir die an uns herangetragenen Fragen neutral veröffentlichen.

 

Namen jeglicher Art und E- Mailadressen werden wir nicht veröffentlichen.

 

Anstelle von Namen finden Sie  Leerstellen.

 

 

 

Frage vom 29.04.17:

 

Ich möchte gern Ihren Rat einholen.

 

Unser junger Setter, er ist jetzt fast acht Monate alt, hat bereits 6 Paar Schuhe zerlegt. Besonders stark hat er es auf meine abgesehen. Wenn ich mittags von der Arbeit komme, sieht es bei uns so aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

 

Wenn wir zu Hause sind, ist unser Igor dann ganz lieb. Nach dem Spaziergang schläft er dann. Besonders, wenn wir lange mit ihm laufen, ist er KO und friedlich.

 

Wir sind der Meinung, dass der Züchter die Welpen nicht erzogen hat. Im Welpenzimmer lagen einige kaputte Bälle und Spielsachen herum, manche waren angenagt.

 

Wir haben es mit Bestrafung versucht, alles vergebens.

 

Mein Mann hat ihre Website entdeckt und mir geraten, mich mit Ihnen in Verbindung zu setzen.

 

Was sollen wir tun?

 

Antwort:

 

Vorab möchte ich sagen, dass der Weg, beim Züchter die Schuld zu suchen, der falsche ist.

 

Für die Erziehung sind Sie zuständig. Der Züchter hat dafür zu sorgen, dass Sie einen ausgeglichenen, selbstsicheren Welpen bekommen.

 

Spielsachen im Welpenzimmer sind wichtig, dies für die Beschäftigung der Kleinen, besonders als „Beute“ beim Austragen der Rangkämpfe.

 

Es wäre wichtig zu wissen, wie lange Ihr Junghund vormittags allein ist. Scheinbar plagt ihn die Langeweile und er sucht sich Beschäftigung.

 

Dazu kommt, dass ein junger Hund ungefähr zwischen vier und sechs Monaten im Zahnwechsel ist und ein sehr starkes Bedürfnis zu kauen an den Tag legt.

 

Sollte ihr junger Hund mehr als zwei Stunden allein sein, ist das zu viel. Vielleicht gibt es in Ihrer Nachbarschaft jemanden, dem es Spaß machen würde, zwischendurch nach dem Kleinen zu sehen.

 

Ein erwachsener Hund hält ohne weiteres mal sechs Stunden durch.

 

Verfügt Ihre Wohnung/Haus vielleicht über einen Raum mit genug Licht und Wärme, an den Sie ihn gewöhnen können, wo er nichts zerstören kann?

 

Von jetzt auf nachher geht das natürlich nicht, da ein Hund der in einem Raum wegesperrt ist, zuerst mal fürchterlich jault. Man muss ihn langsam an sein „Spielzimmer“ gewöhnen.

 

Hier könnten Sie ihm Spielsachen und Kauknochen hinlegen, damit er beschäftigt ist.

 

Strafe bringt nur etwas, wenn Sie ihn “ in flagranti“ erwischen, d.h. beim Zerstören z. B. Ihrer Schuhe.

 

Eine spätere Bestrafung kann er nicht einordnen.

 

Auch dann ist wichtig: Keine drakonischen Strafen, sondern eher „viel  Lärm um nichts“.  Er muss beeindruckt sein und seine „Tat“ mit Ihrer „Empörung“ verknüpfen.

 

Zu lange Spaziergänge gehen an die Konstitution des Hundes und sind für einen jungen Hund nicht ratsam.

 

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben.

 

 

 

Frage vom 01.05.17:

 

 

Ich habe Ihre Webseite entdeckt und komme gleich mit einer Frage:

 

Wir haben von Fam. …   einen Setter gekauft. Wir haben viel Freude mit dem jungen Setter. Er ist lieb und endlich stubenrein. Die Eltern haben beide gute Hüften. Er ist jetzt 8 Monate alt, wenn er geschlafen hat und aufstehen will, macht ihm das Probleme. Der Züchter sagte uns, dass er nie HD- Probleme hatte.

 

Wir haben den Hund vom Tierarzt röntgen lassen und er sagte uns, dass die eine Hüfte ganz schlecht ist und die andere auch nicht gut. Kann das sein?

 

Antwort:

 

Leider ja.

 

Mit acht Monaten ist ein Hund noch nicht so stark bemuskelt und HD-Probleme werden deutlicher sichtbar als bei einem älteren Hund, bei dem durch die Bemuskelung die Gelenke zusammengehalten werden. Ihr Hund hat Schmerzen beim Aufstehen und hier ist ein guter Tierarzt gefragt. Möglichkeiten, Ihrem Hund ein normales Leben zu gewährleisten, gibt es. Sie reichen von einer Muskeldurchtrennung bis zu künstlichen Hüftimplantaten. Letztere sind natürlich kostenaufwendig. Wenn Ihr Tierarzt in diesem Bereich wenig Erfahrung hat, wenden Sie sich am besten an eine Uni- Klinik: Hannover, Gießen oder München.

 

Zwei Elterntiere, die mit HD A ausgewertet sind, stellen einen Beweis für eine verantwortungsvolle Zucht dar, sind noch immer keine vollständige Garantie für HD-freie Welpen. Die Hüftgelenkdysplasie wird polygen vererbt und bei der Ausprägung von HD spielen  Faktoren wie Fütterung und Haltung ebenfalls eine Rolle.

 

Es wäre wichtig zu wissen, wie Sie Ihren Hund ernährt haben. Ob das Futter einen sehr  hohen Proteinanteil hat und der Hund sehr schnell gewachsen ist, ob das Verhältnis Kalzium/Phosphor stimmt, ob es Glykosamine, die das Einlagern vom Kalzium in die Knochen fördern, enthält.

 

Auch zu viel Bewegung (stundenlange Spaziergänge), Laufen neben dem Fahrrad oder ständiges Treppensteigen wirken sich negativ auf die Entwicklung der Hüftgelenke aus.

 

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund alles Gute.

 

 

 

Frage vom 01.05.17:

 

 Als junges Mädchen, wollte ich einen irischen Setter. Jetzt haben wir uns einen zugelegt.

 

Wir haben ihn mit 8 Wochen beim Züchter  gekauft. Er riet uns zu einer Hündin. Wir suchten eine ganz liebe, vorsichtige aus, da es unser erster Hund ist.

 

Jetzt glauben wir, dass es besser gewesen wäre, einen Rüden zu kaufen. Unsere Hündin ist sehr ängstlich. Wenn sie einen anderen Hund sieht, wirft sie sich auf den Rücken und pinkelt.

 

Wenn uns Freunde besuchen, verkriecht sie sich hinter der Couch. Auch wenn die Freunde unserer Tochter etwas laut sind.

 

Im Auto sabbert sie fürchterlich.

 

Können Sie uns einen Rat geben?

 

Antwort:

 

Zuerst wäre es wichtig zu wissen, wie alt Ihr Hund (Welpe?) ist und in welchem Alter Sie ihn beim Züchter abgeholt haben.

 

Handelt es sich um einen  Junghund bis zu einem halben Jahr, haben Sie „gute Karten“ alles in Ordnung zu bringen.

 

Ihr Hund braucht Selbstbewusstsein und das können nur Sie ihm geben. Unterstützen Sie ihn bei Spaziergängen, wenn sie anderen Hunden begegnen, fordern Sie ihn zum Spielen auf und gehen Sie dann mit ihm einfach weiter. Das Urinieren wird irgendwann weg sein.

 

Grenzen Sie ihn nicht aus, wenn Besuch kommt, lassen Sie ihn in Ihrer Nähe (Schoß) und tun Sie so, als wäre alles normal. Gewöhnen Sie ihn langsam an fremde Kinder.

 

Für die Autofahrt gilt das Gleiche.

 

Es wäre wichtig zu wissen, wie die erste Fahrt verlaufen ist. Gewöhnen Sie ihn langsam an seinen Platz im Auto, fahren Sie dann ganz kurze Strecken mit ihm. Irgendwann ist das Eis gebrochen.

 

P.S.: Es gibt für Letzteres angeblich auch medizinische Hilfsmittel, darüber weiß Ihr Tierarzt bestimmt Bescheid.

 

 

Frage vom 03.05.2017:

 

 

Wir haben einen Welpen aus einer Hobbyzucht gekauft, Zwinger     ,da uns Zucht und Ausstellungen nicht interessieren. Jetzt ist er vier Monate alt. Als wir ihn mit sieben Wochen beim Züchter abgeholt haben, waren seine Augen feucht und er hat bis heute starken Tränenfluss. Die Augen sind entzündet.

 

Wir haben es mit x-verschiedenen Augensalben versucht, es wird immer schlimmer.

 

Antwort:

 

Gehen Sie zum Tierarzt. Eine „Ferndiagnose“ ist immer schwierig. Es könnte ein Entropium sein (Einstülpung des unteren Augenlids). Das Lid mit seinen kleinen Härchen scheuert auf der Hornhaut. Das führt zum Tränenfluss. Machen Sie es rechtzeitig, um bleibende Schäden zu verhindern.

 

Wird tatsächlich ein Entropium festgestellt, kann ein erfahrener Tierarzt (Fachtierarzt für Augenheilkunde) durch einen kleinen chirurgischen Eingriff  den Fehler beheben und der Tränenfluss wird weg sein.

 

Eine Meinung, die mir nicht zusteht: Bei einem Züchter, der in einem Verband züchtet,  wäre Ihnen das nicht passiert. Bei einer Wurfabnahme durch einen Zuchtwart, wäre ein Entropium, wenn es das sein sollte, aufgefallen.

 

Alles Gute

 

 

 

Frage vom 04.05.17:

 

Unser Lionel kommt aus  …. . Mein Mann hat dort gearbeitet. Neben seiner Arbeitsstelle gibt es eine Hundezucht.

 

Als ich ihn im Herbst besuchte, spielten fünf kleine Setter im Hof. Ich habe mich gleich in einen mit einem weißen Brustfleck verliebt und wir haben ihn mitgenommen.

 

Er hat keine Papiere. Das ist für uns nicht wichtig. Wir wollen keine Zucht betreiben.

 

Er hatte immer Probleme beim Fressen. Er kann nur breiiges Futter schlucken. Bei Leckerlis muss er spucken.

 

Ich habe im Internet nachgelesen, man soll die Hunde, die Probleme haben, mit der Futterschüssel auf einem Stuhl füttern. Das habe ich vorher noch nie gehört, aber es klappt besser.

 

Ist das normal beim irischen Setter?

 

 

 

Antwort:

 

Besonders in Ihrem Fall ist eine Ferndiagnose schwierig. Es könnte sich um eine Speiseröhrenlähmung handeln. Ist diese nur partiell gelähmt, kann der Hund flüssige Nahrung (auch Futterbrei) aufnehmen.

 

Die gleichen Symptome können aber auch von anderen Krankheiten, wie Nervenentzündungen hervorgerufen werden.

 

Ein Röntgenbild wird für Klarheit sorgen.

 

Bitte lesen Sie unseren Beitrag (Button „Krankheiten- Speiseröhrenlähmung“),  vielleicht hilft er ihnen weiter.

 

Frage vom 17.05.2017

 

Wir haben vor drei Jahren unseren ersten und bis jetzt  letzten Wurf gezüchtet. Unsere Kinder haben sich sehr auf die Hundebabies  gefreut. Nach 3 Tagen haben wir festgestellt, dass bei drei Welpen Milch aus der Nase kommt und sie an Gewicht verlieren. Da unser Tierarzt uns nicht weiter helfen konnte, sind wir mit dem ganzen Wurf nach Gießen in die Uniklinik gefahren. Es war sehr anstrengend. Die Welpen wurden alle geröntgt und bei 4 Welpen wurde eine erweiterte Speiseröhre festgestellt. Sie mussten eingeschläfert werden.

 

Frau Dr…. sagte uns, dass die Krankheit erblich sei und dass es Sinn mache, die Verbindung nicht zu wiederholen.  Wenn wir mit unserer Hündin noch einmal züchten wollten, müssten wir es jetzt tun, da sie sonst zu alt ist.

 

Im Anhang senden wir den Stammbaum unserer Hündin….. und den des Deckrüden…..

 

Hier unsere Frage:

 

Ist bekannt, dass in diesen Linien diese Krankheit vorhanden ist?

 

Sollen wir mit unserer Hündin überhaupt noch züchten?

 

 

Antwort:

 

Die Speiseröhrenlähmung  ist eine sehr komplexe Geschichte. Bitte lesen Sie unseren Artikel bei Button „Krankheiten“. Sie wird polygen vererbt. In manchen Linien hat eine Anreicherung stattgefunden (komplementäre Polygenie), so dass es nur noch kleiner Ergänzungsstücke bedarf, bis die Krankheit ausbricht.

 

Wir haben in den letzten Jahrzehnten Informationen gesammelt über Hunde, die diese Krankheit vererbt haben. Der Rüde Ihrer Verbindung verfügt über mehrere Anteile, da der Urgroßvater, der nachweislich diese Krankheit weiter vererbt hat, gleich drei Mal auftaucht.

 

Ihre Hündin hat den gleichen Rüden in der vierten Generation im Stammbaum.

 

Der Ehrlichkeit halber muss man sagen, dass es keine Garantie gibt, dass eine Linie ganz frei von Anteilen ist. Dennoch würde ich mit Ihrer Hündin nicht mehr züchten, da vier Welpen schon eine deutliche Anreicherung darstellen.

 

Frage vom 23.06.2017

 

Frage:

 

Wir haben einen Welpen aus einer bekannten Zucht gekauft. Er hat keine VDH-Papiere, aber all seine Eltern haben diese.

 

Oder sind sie nur für VDH-Hunde zuständig.

 

Der Hund ist jetzt ein Jahr alt und hat starke Verdauungsprobleme. Er gast nach dem fressen ständig ab. Wenn er hechelt hat er starken Mundgeruch. Wir können nicht einmal mehr ihn im Auto mitnehmen, weil es furchtbar stinkt. Scheinbar hat er starke Blähungen. Diese kann man auch am Brustkorb sehen. Sein Bauch ist angespannt. Wenn man ihn massiert wird es besser.

 

Sein Haar war am Anfang schön, jetzt hat er Stichelhaar.

 

Wir haben schon drei Mal das Futter gewechselt. Der Tierarzt hat uns Tabletten gegeben, die helfen so gut wie gar nicht.

 

 

 

Antwort:

 

Zuerst einmal in eigener Sache: Wir versuchen, unabhängig  von Vereinszugehörigkeit Setterfreunde zu beraten. Natürlich nur, wenn wir das können.

 

Papiere sagen nicht alles, aber viel. Die Zuchtanforderungen bei Vereinen, die dem VDH angehören, sind seriös, bieten aber keine Garantie, dass alle Welpen wiederum die Zuchttauglichkeit erlangen.

 

Vielleicht sollten Sie sich fragen, warum mit Ihrem Hund, dessen Eltern VDH-Papiere haben, nicht bei einem solchen Verein weitergezüchtet wurde?

 

Zu  Ihrem Fall:

 

Sie sollten von einem Tierarzt den gesamten Verdauungstrakt Ihres Hundes untersuchen lassen.

 

Der „Mundgeruch“ lässt uns nachdenklich werden.

 

Sollten unverdaute Futterreste in der Speiseröhre verbleiben und nicht in den Magen gelangen, wäre das eine Erklärung. Sie bilden Gase, die in den Magen wandern und diesen aufblähen.

 

Wir möchten Ihnen nicht vorenthalten, dass in solch einem Fall die Gefahr einer Magendrehung besteht.

 

Das schlechte Haarkleid ist auch ein Zeichen für eine Mangelversorgung, da das Futter nicht optimal verwertet wird. Es könnte sich also auch um eine Nahrungsmittelallergie handeln. Dies kann man austesten lassen.

 

Alles Gute.

 

Frage vom 03.07.2017:

 

 

Ich besitze eine Hündin mit Ausstellungspapieren ohne Leistung. Wir haben einen Wurf gezüchtet und es gab Probleme. Jetzt möchten wir einen Rüden nehmen mit Leistungspapieren.

 

Wir denken, dass eine Fremdverpaarung besser ist und wir gesunde Welpen bekommen.

 

Ich habe ihre Berichte gelesen und sie sind ja auch für Aufmischung. Was halten Sie davon?

 

 

Antwort:

 

Entschuldigen Sie meine Direktheit, aber Ihre Frage ist doch sehr pauschal.

 

Zuerst müsste man wissen, welche Probleme es in Ihrem ersten Wurf gab und es wäre wichtig, den Stammbaum Ihrer Hündin zu kennen. Dies natürlich nur soweit, wie es für eine Stammbaumanalyse wichtig ist.

 

Wenn es sich um eine Erbkrankheit handelt, könnte in Ihrem ersten Wurf eine Anreicherung stattgefunden haben, d. h., Rüde und Hündin haben durch die Verpaarung jeweils Anteile, die das Auftreten einer Krankheit begünstigen, eingebracht.

 

Eine Fremdverpaarung würde dann diese Anteile reduzieren.

 

Es gibt aber auch Erbkrankheiten, die im Laufe der Jahre durch vorsichtige Zucht kaum noch in Erscheinung treten, wieder aber zum Ausbruch gelangen würden, wenn die Ergänzungsstücke in einer fremden Linie noch „schlummern“ würden.

 

Deshalb ist eine pauschale Antwort nicht möglich.

 

Des Weiteren muss Ihnen bewusst sein, dass zwei total unterschiedliche Linien (Form- und Leistungszucht) auch das Erscheinungsbild Ihrer Zucht verändern.

 

Eine Fremdverpaarung zur Genpoolerweiterung macht Sinn, wenn Sie bei der Nachzucht richtig selektieren und einer der beiden Zuchtlinien treu bleiben.

 

Frage vom 31.07.2017

 

 

Wir haben bis jetzt zwei Würfe Irische Setter gezüchtet. Obwohl nicht alles so war, wie wir es uns vorgestellt haben, sind wir mit unserer Nachzucht zufrieden.

 

Zurzeit suchen wir für unseren nächsten Wurf einen Rüden. Ich war auf der Seite des englischen Breeders Club und habe wunderschöne Hunde gesehen. Wir haben zu einem Züchter Kontakte geknüpft.

 

Im Anhang finden sie den Stammbaum seines prämierten Rüden. Was halten Sie davon?

 

Aber bitte keine Namen veröffentlichen, ich weiß nicht, ob wir die Zuchterlaubnis erhalten und ob mein Mann überhaupt bereit ist mit mir nach England zu fahren.

 

Danke für die Mühe.

 

 

Antwort

 

Zu den Settern in Großbritannien lässt sich Folgendes sagen:

 

Rein von der Optik sind sie nicht zu übertreffen.

 

Die englische Zucht basiert seit fast einem Jahrhundert auf wenigen Zuchtrüden, deshalb hat sich ein klarer einheitlicher Typ herausgebildet. (Bitte in dem Beitrag über Stammbäume nachlesen).

 

Durch die  PRA rcd 4-Hysterie (bitte bei Erbkrankheiten nachlesen)  die von GB ausging, wurde die Zuchtpopulation noch enger.

 

Vor Jahrzehnten war die HD-Auswertung eine Seltenheit, heute gibt es bereits Stammbäume mit  zwei Generationen, die ausgewertet sind.

 

Einen Wesenstest kennen die Engländer nicht.

 

Der Stammbaum im Anhang ist bemerkenswert gut, da für englische Verhältnisse gut aufgemischt.

 

Aus meiner Sicht würde der Rüde zu Ihrer Hündin passen.

 

Der Ahnenverlustkoeffizient  ist auch in Ordnung.

 

Schöne Welpen gibt es auf jeden Fall.

 

Und jetzt beginnt für Sie das Recherchieren:

 

Ich empfehle Ihnen folgende Vorgehensweise:  Hooley Irish Setter Data base zur Stammbaumstudie verwenden, ein weiteres Fenster öffnen: Kennel Club.uk:  Health – Health Test Results Finder und die Hunde im Stammbaum durchchecken. In GB werden beide Hüften bewertet. Niedere Zahl ist gut, hohe schlecht. Ist eine Hüfte schlechter als Werte zwischen 5 und 6 pro Seite, käme für mich der Rüde nicht in Frage.

 

Und bitte nicht enttäuscht sein. Sehr viel werden Sie nicht finden: einige HD-Ergebnisse (wichtig), wenn man bedenkt, dass Hunde mit 25/25 ( = schwere HD) noch in die Zucht gehen, viel PRA rcd 4 (unwichtig, da  Ihre Hündin frei) und auch PRA rcd 1, viele CLAD-Tests (auch unwichtig, da in unserer Zucht wie auch in der englischen Zucht praktisch nicht mehr existent).

 

Frage vom 20.12.2017:

 

Man sagt immer, Irish Setter sind Jagdhunde. Wir, mein Mann und ich haben mit Jagd nichts am Hut.

 

Unsere Hunde kommen aus der Schönheitszucht. Wir haben es mit einer Prüfung im Feld versucht, leider ohne Erfolg.

 

Mein Mann liegt mir in den Ohren, wir müssen Leistungshunde einkreuzen. Im Verein… gibt es ja genug Deckrüden mit Prüfung.

 

Ich habe auf Ihrer Homepage gesehen, dass all Ihre Hunde Prüfungen haben.

 

Sollen wir einen Leistungshund nehmen um unsere Zucht aufzupeppen?

 

 

 

Antwort:

 

Wenn Sie und/oder  Ihr Mann Jäger wären,  am Führen der Hunde Spaß hätten und Ihnen eventuell noch ein Trainingsrevier zur Verfügung stehen würde, wäre meine Antwort ja unter dem Vorbehalt, dass nicht jeder Rüde mit Prüfung ein exzellenter Jagdhund ist. Dazu kommen auch die Anlagen Ihrer Hündin, die nach Ihren Aussagen in diesem Bereich nicht besonders talentiert zu sein scheint.

 

Familienhunde, deren Wesen stabil ist und die gesund sind, haben die gleiche Daseinsberechtigung.

 

Stehen Sie doch zu Ihrer Hündin, führen Sie sie beim Wesenstest, achten Sie auf gute Hüftauswertungen und vernachlässigen Sie den Formwert nicht.

 

Wenn Sie züchten, suchen Sie einen ausgeglichenen, freundlichen Rüden mit guten gesundheitlichen Voraussetzungen, der zum Stammbaum Ihrer Hündin passt.

 

Sie werden mit den Welpen Menschen glücklich machen, die einen Familienhund suchen.

 

Viel Glück

 

 

 

Frage vom 21.01.2018:

 

 

Wir züchten seit vielen Irish Setter und sind durch Höhen und Tiefen gegangen, aber immer unseren Hunden treu geblieben.

 

Wir hatten das Glück passende Welpenkäufer zu finden, manchmal haben wir einen Welpen wieder zurückgenommen, wenn es nicht passte.

 

Beim letzten Wurf haben wir die Hölle erlebt.

 

Wir haben eine Hündin an eine Frau verkauft, die etwas älter ist. Sie hatte ihren Sohn dabei, der sich um den Hund kümmern sollte, wenn es ihr nicht gut geht.

 

Sie hat uns einige Male besucht und wir haben sie freundlich bewirtet. Wir haben Ihr auch den Welpenraum und den Auslauf gezeigt.

 

Sie hat den Welpen mit ihrem „Sohn“ abgeholt und von ihrem großen Garten geschwärmt.

 

Vor zwei Monaten waren wir in ihrer Nähe und wollten sie besuchen. Wir haben einen Schock erlebt.

 

Ein verwahrloster nicht eingezäunter Garten, sie hat uns nicht aufgemacht, das Tor war offen, also haben wir uns dem Haus genähert. Durch das Küchenfenster sahen wir unseren „Welpen“ zwischen Zeitungen und schmutzigen Fressnäpfen.

 

Von den Nachbarn haben wir erfahren, dass die Frau psychische Probleme hat und allein lebt. Einen Sohn gibt es nicht, nur einen Pfleger, der jeden Tag  sich eine Stunde um die Frau kümmert und manchmal den jungen Hund ausführt.

 

Wir haben die Frau am Abend angerufen und ihr mitgeteilt, dass wir den Hund wieder abholen.

 

Das haben wir versucht, sie hat aber nicht geöffnet. Wir haben den Tierschutz eingeschaltet und wurden mit Versprechungen abgespeist.

 

Das hat die Frau scheinbar erfahren und nun bekommen wir täglich Briefe und Drohanrufe, mitten in der Nacht.

 

Wir haben ihr angeblich einen totkranken Welpen verkauft, der Darmprobleme und Parasiten hat. Die im Impfpass eingetragene Impfung ist angeblich eine Fälschung, der Welpe sei ängstlich und menschenscheu.

 

Sie hat bei unserem Veterinäramt angerufen, da all unsere Hunde krank wären, auch die Mutter des Welpen und wir würden nur mit kranken Hunden züchten.

 

Wir sind am Ende. Ich habe Ihren Artikel über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom gelesen und Gemeinsamkeiten mit unserem Problem entdeckt.

 

Gab es Reaktionen auf diesen Artikel, geht es auch anderen Züchtern so? Was sollen wir tun?

 

 

Antwort:

 

Ich beneide Sie nicht. Wir waren vor vielen Jahren in einer ähnlichen ausweglosen Situation.  

 

Dennoch würde ich wieder  alles versuchen, um so schnell wie möglich wieder den Welpen (Junghund) zurück zu bekommen:

 

Einen guten Rechtsanwalt einschalten, das Veterinäramt  und den Tierschutz informieren, den doppelten Welpenpreis zwecks Rückkauf anbieten etc..

 

Das Schlimme ist, dass Sie nicht viel Zeit haben. Wenn der Welpe richtig verwahrlost ist, wird es schwer, aus ihm wieder  einen normalen Hund zu machen.

 

Ich kenne einen Züchter, der hat einfach seinen Junghund aus solch einer misslichen Lage befreit, indem er in einer günstigen Gelegenheit  ihn auf den Arm genommen hat, gegangen ist und den Kaufpreis zurück überwiesen hat.  Das juristische Nachspiel war langwierig und aufreibend, und kann deshalb nicht gerade zur Nachahmung empfohlen werden.

 

Viel Glück